Installation und Pflege von automatischen Bewässerungsanlagen

Installation und Pflege von automatischen Bewässerungsanlagen

Eine fachgerecht eingestellte Bewässerungssteuerung fördert das gesunde Pflanzenwachstum, optimiert die Vitalität der Bepflanzung und spart gleichzeitig Wasser sowie Energie. Nachfolgend finden Sie essenzielle Empfehlungen für ein professionelles Wassermanagement.

Wann sollte bewässert werden?

Die Bewässerung in den frühen Morgenstunden (ca. 05:00 Uhr) ist die effektivste Option für Freianlagen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Sonneneinstrahlung minimal und die Windbewegung gering, wodurch Verdunstungsverluste reduziert werden. Gleichzeitig wird dem Risiko von Pilzinfektionen vorgebeugt, da das Laub rasch abtrocknet und die Pflanzen das Wasser optimal aufnehmen können. Eine präzise Zeitsteuerung schützt die Bepflanzung nachhaltig.

Grundsätzlich sollte eine Beregnung während der Mittags- und Nachmittagsstunden vermieden werden. An heißen Tagen kann dies zu Verbrennungen an den Blättern führen; zudem verdunstet das Wasser unmittelbar an der Oberfläche, was die Effizienz der Bewässerung drastisch senkt.

Wie oft sollte bewässert werden?

  • Neuansaaten / Raseneinsaat: Die Keimzone muss durchgehend feucht gehalten werden. Die Beregnung erfolgt täglich und mehrmals kurzzeitig – temperaturabhängig bei über 25 °C beispielsweise 4 bis 5 Mal täglich.
  • Etablierte Rasenflächen: Wässerung in größeren Zeitabständen, dafür mit höherer Einzeldosis (Tiefenbewässerung). Der Wochenbedarf sollte auf 2 bis 3 Bewässerungstage aufgeteilt werden. Eine tägliche Oberflächenwässerung führt zu einer flachen Verwurzelung, erhöht die Krankheitsanfälligkeit und schwächt die Frosthärte im Winter.
  • Tropfbewässerung für Gehölze und Stauden: Die Ansteuerung von Tropfrohrnetzen an Bäumen und Sträuchern erfolgt 2 bis 3 Mal pro Woche – abgestimmt auf Pflanzenart, Entwicklungsphase, Außentemperatur und Bodenart.

Welche Wassermenge ist erforderlich?

Mit steigenden Temperaturen nimmt die Evapotranspiration (Gesamtverdunstung über Boden und Pflanze) zu. Der Wasserbedarf des Rasens unterscheidet sich daher saisonal stark zwischen kühlen und heißen Perioden. Der Richtwert für den Wasserbedarf eines etablierten Rasens liegt im Hochsommer bei ca. 28 bis 40 Litern pro Quadratmeter und Woche.

Bewässerung auf tonigen Böden und in Hanglagen

Rasenflächen auf bindigen, schweren Ton- und Lehmböden erfordern eine angepasste Wasserabgabe zur Vermeidung von Oberflächenabfluss. Die Wassermenge wird in mehrere kurze Intervalle mit dazwischengeschalteten Sickerpausen (Intervall-Bewässerung) aufgeteilt. Hanglagen werden nach demselben Prinzip angesteuert, um Erosion und Abschwemmungen zu verhindern.


Instandhaltung automatischer Beregnungsanlagen

Eine automatische Beregnungsanlage (ABA) benötigt regelmäßige Inspektionen und Wartungen zur Sicherung der langfristigen Systemfunktion. Eine fachgerechte Planung, professionelle Installation, kontinuierliche Gewässerkonditionierung/Systemfiltration sowie die ordnungsgemäße Einwinterung bestimmen die Standzeit der Komponenten. Auch hohe Wasserhärte beeinflusst die Lebensdauer der Bauteile. Eine periodische Systemwartung verlängert die Betriebsdauer nachhaltig.

Maßnahmen der routinemäßigen Instandhaltung

  • Regelmäßige Sichtkontrolle des Filtersystems und Reinigung des Siebeinsatzes in Abhängigkeit von der Rohwasserqualität.
  • Funktionsprüfung der angeschlossenen Sensortechnik (z. B. Regensensor).
  • Saisonale Anpassung der Steuerprogramme (Laufzeiten, Beregnungskalender, prozentuale Saisonanpassung) am Steuergerät.
  • Sicherung der Sauberkeit der Mikrofilter unter den Sprühdüsen sowie Kontrolle der Sektoreneinstellung und Radien an den Versenkregnern.
  • Bei Systemen mit Tropfrohren oder Einzeltropfern: Mindestens einmal jährlich Spülung der Tropfrohrstränge durchführen, um Sedimentablagerungen an den Rohrwandungen zu entfernen.

Fachgerechter Service an Beregnungsanlagen

Service- und Instandhaltungsarbeiten an Beregnungsanlagen sollten von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.

Einwinterung automatischer Beregnungsanlagen

Automatische Beregnungsanlagen werden ausschließlich während der Vegetationsperiode betrieben und müssen vor Beginn der Frostperiode außer Betrieb genommen werden. Da die Rohrleitungen und Hydraulikkomponenten meist oberhalb der frostfreien Tiefe verlegt sind, muss das in den Leitungen, Regnern und Ventilen angesammelte Wasser vor dem Winter vollständig entleert werden (Systementwässerung).

Die Druckluftentleerung ("Ausblasen") mittels Werkstattkompressor (Betriebsdruck ca. 2,5 bis 4 bar, ausreichendes Luftvolumen ab 20 bis 45 m3/h je nach Anlagengröße) ist die effektivste Methode zur Einwinterung von Hausgarten-Beregnungssystemen. Es wird empfohlen, diesen Service durch einen erfahrenen Bewässerungstechniker mit entsprechender Ausrüstung ausführen zu lassen. Bei der Einwinterung ist sicherzustellen, dass alle Ventile, Entleerungshähne und Armaturen im System entwässert werden.

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